Geschwister-Scholl-Schule Tübingen

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Wüste Zerstörung der neu bemalten Unterführung - wer hat etwas gesehen?

Die Schülerinnen und Schüler des Kunstprofils der Klasse 9a können es nicht fassen: Ihre in wochenlanger Arbeit entstandene Wandgestaltung der Unterführung wurde zerstört. Was vor der Zerstörung geschah, berichten hier die Schülerinnen...

Über Wochen haben wir, die Schülerinnen und Schüler des Kunstprofils Klasse 9a an den Entwürfen für eine Neugestaltung der Unterführung zwischen Hallenbad Nord und der Geschwister-Scholl-Schule gearbeitet. Wir haben in vielen Stunden unzählige Ideen gezeichnet und im Modell erprobt, wieder verworfen und neu entwickelt bis endlich der Entwurf zur Umsetzung feststand, mit dem wir alle einverstanden waren.

Dann wurden Farben ausgesucht und die notwendigen Materialien wie Pinsel, Walzen, Klebeband und Schwämme für viel Geld beim Malerbetrieb Heinz bestellt. Diese hatten zuvor extra für uns die Unterführung aufwendig saniert und neu gestrichen. Wir konnten also endlich loslegen und anfangen.

Geplant hatten wir ein zweiteiliges Werk, das auf der einen Seite unsere alltägliche Lebenswirklichkeit zeigte, nämlich einen Bus, der uns zur Schule befördert. Auf der anderen Seite sollte eine Phantasiewelt dargestellt werden. Eine Welt der Vorstellung, in die wir uns flüchten können, wenn uns das Alltägliche, wie z.B. die Schule zu sehr in Beschlag nimmt. Optisch verbunden werden sollten beide Seiten mit einem Skelett, das über die ganze Decke ragt und zur Phantasiewelt hinüber greift.

Wir hatten uns viele Gedanken gemacht zur inhaltlichen und gestalterischen Umsetzung unserer Ideen. Die Seite mit dem Schulbus sollte möglichst einfarbig sein, die dargestellten Menschen sollten so wirklichkeitsnah wie möglich gezeigt werden. Daher arbeiteten wir mit Fotografien und Overhead-Projektoren, um die ungewöhnlichen Körperhaltungen der Figuren darstellen zu können. Denn die gezeigten Schülerinnen und Schüler sollten nicht einfach im Bus sitzen, sondern zum Fenster raushängen, mit Skateboard hinterherfahren oder auf dem Dach liegen. Zum Teil mussten wir sogar nachts an der Wandgestaltung weiterarbeiten, weil wir bei Tageslicht die Projektion nicht sehen konnten.

Pauli malte das Skelett, das quer über die Decke nach einer Farbtube greift. Mit einem Gerüst ging das Malen in luftiger Höhe ganz gut. Gegenüber der Buswand wurde es auf dieser Seite richtig bunt. Eine große Welle schwappte über die Wand und hinterlässt bedrohliche Stiftemonster, sexy Surfer und altkluge Überflieger in quietschigen Rosa- und Grüntönen. Grinsende Birnen liegen rum, Papier fressende Krabben krabbeln durchs Bild und einem gelangweilten Schüler raucht der Kopf.

Wir arbeiteten die gesamten letzten zwei Schulwochen in jeder freien Minute daran weiter. Doch das alles blieb nur von kurzer Dauer. Irgendwelche Schmierer haben nach nur wenigen Tagen alles zu Nichte gemacht, wofür wir wochenlang gearbeitet haben. „Es ist traurig, dass das wohl manchen Leuten vollkommen egal ist und sie unsere Ideen mit Füßen treten!! Das zeigt leider auch nur, dass man so etwas an unserer Schule nicht machen kann", sagt eine Schülerin des Profils. Wir sind entsetzt und fragen uns, wie es dazu kommen konnte. Gibt es nicht einen Ehrenkodex in der Sprayerszene, dass man die Werke anderer nicht übersprüht? Hier hatte jedenfalls keiner Respekt vor der Kunst anderer.

Die Schule hat Anzeige erstattet und die Polizei sucht nach den Tätern. Bitte meldet euch bei uns, falls ihr etwas bemerkt habt oder uns bei der Suche nach den Tätern behilflich sein könnt.