Fachbereich Religion
Das Unterrichtsfach Religionslehre wird konfessionell unterrichtet, der Fachbereich jedoch versteht sich ökumenisch. Der Fachschaft "Evangelische/Katholische Religion" gehören zur Zeit 20 Kolleginnen und Kollegen aus allen Schularten an, die auch schulartübergreifend unterrichten.
Das Unterrichtsfach Evangelische bzw. Katholische Religionslehre wird konfessionell unterrichtet, ist versetzungsrelevant und kann im Abitur schriftlich und/oder mündlich und bei der Mittleren Reife mündlich abgeprüft werden. Es umfasst in allen Jahrgangsstufen zwei Wochenstunden, außer in Klasse 7 Gymnasium und Klasse 9 Realschule, wo es dreistündig unterrichtet wird und in Klassenstufe 8, in der kein Religionsunterricht stattfindet.
Ökumenische Schulgottesdienste haben bei uns eine lange Tradition. Sie finden zu Beginn und am Ende des Schuljahres sowie an Weihnachten statt. Der Weihnachtsgottesdienst für alle fünften Klassen wird von den Religionslehrern gemeinsam mit ihren Klassen vorbereitet und gestaltet, der Schuljahresschlussgottesdienst, zu dem die ganze Schule eingeladen ist, von Schülern aus der Mittel- und Oberstufe.
Sowohl an der Realschule als auch am Gymnasium wird ein Sozialpraktikum durchgeführt. Ausgehend von den Anforderungen der jeweiligen Schulart wurde von den Religions- und Ethiklehrern ein Konzept entwickelt und für die neunten bzw. zehnten Klassen eingeführt. Ziel ist dabei, durch außerunterrichtliche, praktische Erfahrungen im Umgang mit Menschen in sozialen Einrichtungen die personalen und sozialen Kompetenzen der Schüler zu wecken und zu fördern.
Seit den 1980er Jahren brüht die Fachschaft täglich biologisch angebauten und fair gehandelten Kaffee in der Lehrercafeteria auf. Ohne den Zwischenhandel der Großröstereien fördert der Direkt-Verkauf die Campesinos vor Ort. Zusätzlich geht der Erlös an Bildungsprojekte in Nicaragua. Dieses Projekt unserer Fachschaft wurde 2003 mit dem Best-Practice-Projekt-Preis des Bundesministeriums (BMZ) prämiert.
Seit fast 30 Jahren besteht ein persönlicher Kontakt zu Lehrerinnen in Matagalpa/Nicaragua. Kollegen der GSS waren schon mehrere Male in Nicaragua, zwei Mal bereits besuchten zwei LehrerInnen aus Nicaragua die GSS. Die nicaraguanischen LehrerInnen organisieren einmal im Monat ehrenamtlich eine Fortbildung für Grundschullehrerinnen in der Region Matagalpa. Etwa 110 Lehrerinnen, fast alles Frauen aus entlegenen ländlichen Grundschulen, treffen sich an einem Samstag im Monat, um ihre pädagogische Qualifikation zu verbessern und sich über ihre persönliche Situation in der Familie und am Arbeitsplatz auszutauschen.
„Wenn wir von 110 Teilnehmerinnen sprechen, die durchschnittlich 50 Schülerinnen betreuen, so bedeutet das, dass die Fortbildungen, die wir in unseren Seminaren anbieten, für 5500 Schülerinnen aus sieben Gemeinden Matagalpas projektiert sind" sagte Olivia Alvarez.
Ohne die finanzielle Unterstützung aus Deutschland wäre den Lehrerinnen, die etwa 40 € im Monat verdienen, eine Teilnahme an diesen Seminaren unmöglich. Durch den Erlös der Lehrercafeteria (s.o.) der GSS werden ein bis zwei der zwölf jährlichen Seminare (Kosten ca. 600 US-Dollar pro Seminar) finanziert.
